www.suffolk.de
Scrapie-Resistenzzucht bei den Suffolks
24.05.2004  
26.01.2009 zuletzt aktualisiert
   

Schleswig-Holstein ist neben den Stadtstaaten Hamburg und  Bremen das einzige Bundesland, in dem bisher noch kein Fall von Scrapie aufgetreten ist.

(Stand 26.01.2009 von www.bmelv.de)

Anzahl der bestätigten TSE (Scrapie)-Fälle in Deutschland seit 1990

Traberkrankheit bei Schafen und Ziegen (Scrapie) in der Bundesrepublik Deutschland von 1990 bis 2008
Bestätigte Neuausbrüche je Bundesland:
 
2008
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
1 3 1   1             1       7
2007
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
1 5 3   3   1           1     14
2006
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
1 4 8         2 3       2   3 24
2005
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
2 8 8   2     2 2       2 1   27
2004
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
4 11 6   6   1 5 2 3       1 4 43
2003
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
1 5 4   1   1 2 2       4   3 23
2002
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
  5 1   3   5   2             16
2001
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
  1     1                 1   3
2000
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
                              0
1999 *
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
1                             1
* ab 08. 05.1999  als TSE
1998
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
  1 1           1             3
1997
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
                1             1
1996
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
                4             4
1995
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
  1                           1
1994
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
                              0
1993
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
                              0
1992
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
                              0
1991
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
        1                     1
1990
BB BW BY HB HE HH MV NI NW RP SH SL SN ST TH Summe
  1                           1
 

Von großer Bedeutung für alle, gleich ob Schafzüchter oder Lammfleischproduzent, ist die politische Entscheidung, daß in Zukunft in  Europa Handelsrestriktionen für nicht scrapieresistente Schafe eingeführt werden.
Dies ist für uns sowie unsere Käufer sehr wichtig:
denn in 2008 gab es in Deutschland
bis November bereits wieder 7 bestätigte Fälle,
        3 in Baden-Württemberg,
        je 1 in Bayern, Brandenburg, Hessen und Saarland.

(Quelle: www.bmelv.de  Anzahl der bestätigten TSE (Scrapie-Fälle in Deutschland     Stand: 26.01.2009)

Anzahl der bestätigten TSE (Scrapie)-Fälle in Deutschland 2008

Bestätigte Scrapie-Fälle im Jahr 2008, nach Bundesländern und nach dem Auftreten der einzelnen Fälle differenziert.
Bestätigte Scrapie-Fälle in Deutschland im Jahr 2008: 7.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Behörden des jeweiligen Bundeslandes.

Bestätigte Scrapie-Fälle im Jahr 2008
Fall-Nr. Seuchen-
feststellung
Bundesland
Tiere im betrof-
fenen Bestand
1 7.1.2008 Baden-Württemberg 96
2 20.2.2008 Hessen 541
3 25.2.2008 Brandenburg 541
4 2.4.2008 Baden-Württemberg 1.060
5 19.5.2008 Bayern 522
6 1.7.2008 Saarland 22
7 5.11.2008 Baden-Württemberg 1.650

(Quelle: www.bmelv.de 
Anzahl der bestätigten TSE (Scrapie)-Fälle in Deutschland seit 1990
und durchgeführte Untersuchungen auf Scrapie an Schafen und Ziegen
2008      (Stand: 26.01.2009)

Insbesondere durch die EG-Entscheidungen 2002/1003/EG vom 18.12.2002 zur Festlegung von Mindestanforderungen an eine Erhebung der Prionprotein-Genotypen von Schafrassen sowie 2003/100/EG vom 13.02.2003 zur Festlegung von Mindestanforderungen an die Aufstellen von Programmen zur Züchtung von Schafen auf Resistenz gegen übertragbare spongiforme Enzephalopathien sind Regelungen in Bezug auf Schafe mit bestimmten Prionproteingenotypen erlassen worden.
Die Bezeichnung der Allele durch einen Code aus drei Buchstaben sowie die Bezeichnung der einzelnen Genotypen durch Kombination der Bezeichnung von zwei Allelen ist durch Anhang I der Entscheidung 2002/103/EG festgelegt.
Die Einteilung der bisher üblichen Risikoklassen R1 bis R5 ist jedoch nicht mehr hilfreich, um bestimmte Genotypen bezüglich der rechtlichen Anforderungen zusammenfassend zu bezeichnen.
Daher hat die Projektgruppe Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) zur Züchtung auf TSE-Resistenz bei Schafen auf ihrer Sitzung am 04.04.2003 empfohlen, sowohl die Bezeichnung als auch die Gruppierung der bisherigen Risikoklassen abzulösen durch Genotypklassen nach der Einteilung im folgenden Abschnitt:

Scrapie-Resistenz-Zucht weiter vorantreiben
Bericht der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
veröffentlicht im Bauernblatt Schleswig-Holstein vom 24.05.2003
(auszugsweise)

Genetische Grundlagen

   Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, daß verschiedene Aminosäuremuster des Prionproteins (PrP) für die Scrapie-Empfänglichkeit bzw. für die Scrapie-Resistenz bei Schafen verantwortlich sind.
    Das PrP besteht aus 256 Aminosäuren. Seine Zusammensetzung wird vom PrP-Gen auf Chromosom 13 (Teil der Erbsubstanz) bestimmt. Die entsprechenden Abschnitte (Codons) des PrP-Gens, die für die Empfänglichkeit der Traberkrankeit verantwortlich sind, befinden sich an den Positonen 136, 154 und 171.
    Bisher wurden fünf verschiedene für das Scrapie-Risiko bedeutsame Genvarianten (=Allele) des PrP-Gens identifiziert. Die Bezeichnungen der Allele ergeben sich aus den Aminosäuren an den Positionen 136, 154 und 171 des Prionproteins. Folgende Allele werden unterschieden:

 

Position des Prionproteins (PrP)

Allel

136

154

171

Aminosäure Alanin (A)
Alanin (A)
Alanin (A)
Alanin (A)
Valin (V)
Agninin (R)
Histidin (H)
Arginin (R)
Arginin (R)
Arginin (R)
Arginin (R)
Glutamin (Q)
Histidin (H)
Glutamin (Q)
Glutamin (Q)
ARR
AHQ
ARH
ARQ
VRQ

    Von den angegebenen Genvarianten ist es das ARR-Allel, welches für die Scrapie-Resistenz verantwortlich ist und das VRQ-Allel, welches die höchste Scrapie-Empfänglichkeit verursacht. Da ein Chromosom aus zwei DNS-Strängen aufgebaut ist, besitzt ein Schaf immer zwei Allele, die den Genotyp bestimmen. So lassen sich aus den fünf Allelen 15 verschiedene Genotypen kombinieren. Diese können reinerbig (homozygot) vorliegen z.B. als ARR/ARR oder mischerbig (heterozygot) sein wie z.B. ARR/ARQ oder VRQ/ARH.

Aus den Risikogruppen wurden ab dem 1. Juni 2003 Genotypklassen

    Um bei den vielen verschiedenen Genotypen den Überblick zu behalten, waren die Genotypen bisher in die Risikogruppen R1 bis R5 eingeteilt.
Ab dem 1. Juni 2003 werden diese durch die Genotypklassen G1 bis G5 ersetzt. Die neuen Genotypklassen wurden nach der Anzahl ARR-Allele und VRQ-Allele gebildet. Vorteil dieser neuen Einteilung ist, daß sie besser auf züchterische und seuchenhygienische Anforderungen abgestimmt ist.

 So befinden sich scrapie-resistente Tiere, also Schafe mit zwei ARR-Allelen jetzt in der Genotypklasse G1 (vormals Risikogruppe R1).
Alle Schafe mit einem ARR-Allel und keinem VRQ-Allel werden in die Genotypklasse G2 eingruppiert,
alle Schafe ohne ARR-Allel und ohne VRQ-Allel in die Genotypklasse 3.
In der Genotypklasse G4 befinden sich alle Tiere mit einem ARR-Allel und einem VRQ-Allel.
Schafe mit mindestens einem VRQ-Allel aber keinem ARR-Allel werden in die Genotypklasse G5 eingeordnet.
Nachstehend ein Überblick, in welche der neuen Genotypklassen ein bestimmter PrP-Genotyp sich jetzt befindet und in welche Risikogruppe er vorher eingeteilt war.

Risikogruppe (alt) Genotypklasse (neu) PrP-Genotyp
R1 G1 ARR/ARR
R2 G2 ARR/AHQ
R3 ARR/ARH
R3 ARR/ARQ
R2 G3 AHQ/AHQ
R3 AHQ/ARH
R3 AHQ/ARQ
R4 ARH/ARH
R4 ARH/ARQ
R4 ARQ/ARQ
R4 G4 VRQ/ARR
R4 G5 VRQ/ARH
R5 VRQ/AHQ
R5 VRQ/ARQ
R5 VRQ/VRQ

    Bei einem Scrapie-Fall werden bei Vorliegen einer Genotypisierung nach der neuen Einteilung Zuchtböcke der Genotypklasse G1 und weibliche Zuchtschafe der Genotypklasse G1 sowie G2 nicht mehr gekeult. Ebenfalls nicht mehr gekeult werden Schlachtlämmer der Genotypklassen G1, G2 und G4, d.h. die gesamten Lämmer aus einem G1-Bock können vermarktet werden.
Durch die neuen Genotypklassen haben die mischerbigen ARR-Träger eine starke Aufwertung erfahren.
Dies ist nicht nur von großer Bedeutung für die Gebrauchsschafhaltung, sondern auch für die Herdbuchzucht: liefern diese Tiere doch bei der Verpaarung mit einem resistenten Tier (ARR/ARR) zur Hälfte resistente Nachkommen.
Bei der Anpaarung eines ebenfalls mischerbigen Bockes ist nach den Mendelschen Regeln immerhin ein Viertel der Nachzucht resistent.